1994
fand im Clubraum und im Backstein-Raum eine zweitägige
Party, als Gegenpol zur und Antwort auf die Streetparade,
statt. Sie hiess «Gigantomania 3.5». Grundidee
war - und ist bis heute: in einem einzigartigen Rahmen, am
Streetparade Wochenende, eine in allen Bereichen qualitativ
hochstehende Party durchzuführen, zu niedrigen Eintrittspreisen
und ohne Sponsoren. Später kam dann der Name Lethargy
als ironisches Gegenstück zur Energy dazu.
Die Lethargy entstand aus der Taifun Gruppe, welche zu dieser
Zeit die ersten HipHop, Drum’n’Bass, House und
Technopartys in der Roten Fabrik veranstaltete. Zwei Mitglieder
dieser Gruppe sind bis heute mit dabei.
Taifun rüttelte die Rote Fabrik auf! In den 80er Jahren
war die Fabrik vor allem Punk, Worldmusic und Rock lastig.
Taifun durchbrach dieses Schema und machte zum ersten Mal:
Partys! Die zum Schrecken vieler Betriebsgruppen Mitglieder
in eine Richtung gingen die ihnen gar nicht gefiel. Disco!
Anlässlich der ersten Lethargy, verreiste dann auch
fast die ganze Betriebsgruppe in die Teamtage. Sie weigerte
sich und demonstrierte ihre Meinung auf diese Art. Techno
als Musikkultur war noch überhaupt nicht akzeptiert.
Der DJ als Musiker hat es bis heute schwer. Und so zog dann
die Taifun Gruppe die Party im Alleingang durch. Sie war
ein voller Erfolg. Somit war der Weg geebnet für alles
was noch kommen mochte.
Mit den Jahren begann die Lethargy zu wachsen, Räume
kamen hinzu, Radio Lora und Boombox machten Live Übertragungen,
die Website wurde aufgeschaltet und auch vom Licht und Technikbereich
wurde die Veranstaltung immer aufwändiger. Die visuelle
Gestaltung der Roten Fabrik wurde stets aufwändiger.
Aussen und innen. Bereits 1996 war die Lethargy nach ein
Uhr restlos ausverkauft. 1998 war die Lethargy mit rund 7'000
Besuchern die meistbesuchteste Veranstaltung der Roten Fabrik.
Lethargy zwischen Euphorie, Energie und die grossartigsten
zwei Partynächte des Jahres.
Inzwischen hat sich die Streetparade immer mehr zu einer
Art Karneval für die ganze Familie entwickelt. In Zürich
wird man bereits am Hauptbahnhof von dröhnender Musik
empfangen und aus jeder Ecke, jeder Imbissbude stampfen die
Technobeats. Um so wichtiger erscheint es nun, den Besuchern
der Lethargy, Musik abseits des Mainstream vorzustellen.
Die Lethargy möchte Künstlern eine Plattform bieten,
noch unbekannten Künstlern, die auf dem Sprung sind
die Hand reichen. Qualitativ hochstehende Musik, die dennoch
nicht zu verspielt ist, um zum tanzen einzuladen. |